Träume der Liebe ~ One | Ichi ~

Kapitel 1 – Fängst du an zu Träumen?
Kapitel 2 – Erster Spaß
Kapitel 3 – Kleiner Abschied
Kapitel 4 – Die Wahrheit
Kapitel 5 – Erkenntnisse und Gedanken
Kapitel 6 – Die Liebe
Kapitel 7 – Verdrängung
Kapitel 8 – Der Rummel in dir
Kapitel 9 – Guten Appetit
Kapitel 10 – Todesängste oder ewige Liebe? (Ende A und Ende B)


Kapitel 1 – Fängst du an zu Träumen?

„Guten Morgen“, symbolisierte mir mein Wecker mit seinem schrillen Weckton. Ich schlug mit meiner Hand auf ihn, sodass er sein Klingeln stoppte. Mühsam reckelte ich mich aus dem Bett und stützte mich auf meine Arme.
Der Traum, den ich diese Nacht hatte, war solang wie ein ganzer Roman. Ich konnte ihn an manchen stellen gar nicht wirklich realisieren, aber das war mir auch nicht wirklich wichtig. Mein Traum war wiedermal einer dieser, die mir eine bestimmte Nachricht direkt ins Gesicht hielten. ER tauchte wieder auf, und jeder weiß, was das zu bedeuten hatte. Ich traf ihn, meinen geheimen Schwarm. Ich wollte ihm meine Liebe gestehen, er wandte sich jedoch ab. Jetzt dachte dich zwar darüber nach, aber ich musste mich für die Schule fertig machen, das hatte jetzt Vorrang. Nach dem Frühstück und dem Abstecher im Bad bereitete ich die restlichen Dinge vor und ging zur Schule. Der Tag war wie jeder andere: ziemlich langweillig.
Mein Leben bestand nur noch aus einer nervigen Monotonie. Nach der Schule schlenderte ich deprimiert nach Hause. Wie gesagt, es war ein Tag wie jeder andere. Ich versuchte ihn endlich aus meinem Kopf zu bekommen. Ablenkung fand ich aber nicht wirklich. Meine Freunde traf ich an diesem Tag auch nicht. Trotzdem wollte ich nach draußen. Das Gefängnis, das sich mein Zimmer nennt, konnte ich nicht länger aushalten.
Da es draußen warm genug war, brauchte ich keine Jacke anziehen, also ging ich einfach so hinaus. Ich spazierte an meinen Lieblingsfluss entlang und versuchte meine Gedanken auf schöne Sachen in meinen Leben zu fixieren. Aber was war das schon? Ich hatte echt keine Ahnung.
Was war das schon, was sich mein Leben nannte?
Nach diesen vielen Gedanken beschloss ich, wieder nach Hause zu gehen.
Es kam mir vor, wie eine Ewigkeit, so zu spazieren, eine endlose aber doch irgendwie begrenzte zeitliche Erfahrung, die ich so nicht noch einmal machen wollte. Es zerreißte mich fast. Ich sollte lieber nicht noch einmal so mit meinen Gedanken alleine bleiben.
Genervt versuchte ich den Schlüssel ins Schloss zu stecken. Das Schloss machte das übliche Geräusch und ich betrat den Hausgang. Wie immer lief ich in den ersten Stock hinauf um meine Wohnung zu betreten. Komischerweise vernahm ich ein Geräusch von weiter oben. Neugierig wie ich bin, ging ich nun die paar Stufen bis zur nächsten Etage hinauf. Als ich dort auf der Hälfte der Treppe stehen blieb, blickte ich in die Etage um zu sehen, was da passieren würde.
Dort stand er und blickte mich an. Überrascht lies er den Stapel Prospekte von seinen Händen auf den Boden fallen.
„Was machst du hier?“, fragte er nervös.
„Ich wohne hier“, entgegnete ich kühl, obwohl mein Herz zu rasen begann. Es wollte wohl ein Wettrennen mit meiner Atmung führen, die gerade auch angekurbelt wurde. Es war ein Duell, das keiner gewinnen konnte.
„Achso ist das“, nuschelte er und wirkte ein wenig… anders, als ich ihn kannte.
„Hey“, begann ich, während ich die letzten Stufen hochschritt, „Ich muss dir etwas sagen.“
Meine Stimme zitterte, mein Herz schlug wie wild. Ich machte da etwas, was ich mir schon so oft erträumte und es immer nach dem selben Shema ablief.
„Ich will es nicht hören!“, erwiderte er abweisend.
„Es tut mir Leid…“, flüsterte ich.
Als er sich, wie in meinen Träumen abwand, reagierte ich darauf. Ich hielt seine Hand fest.
In diesem Moment wurde ich von einer magischen Macht gelenkt. Langsam bewegten meine Lippen auf seine zu.
Am Anfang dachte ich noch daran, dass ich eine Ohrfeige für meine Tat bekommen würde, aber es lief alles anders.
Er erwiderte meinen Kuss, indem er direkt darauf ein ging. Es verwirrte mich zuerst, doch dann verschwanden meine Gedanken komplett.
Seine weichen Lippen liebkosten meine, der sanfte Atem fuhr sanft über meine Haut. Ich bewegte meine Hände zu seinem Kopf und streichelte zärtlich seine Wange. Ich spürte, wie sich unsere Herzschläge angleichten. Alles verschwamm vor meinen Augen. Ich nahm nur noch ihn und mich wahr. Es war ein sehr komisches Gefühl so etwas zu erleben. Aber was passierte hier? Ich küsste die Person, die ich so lange liebte, die mir so viel Schmerz zufügte, wegen der ich so viel Verzweiflung in mich herum trug und ich einfach nur noch vergessen wollte.
Er verteidigte sich nicht so, wie ich es erwartete, er machte mit mir mit.
Ob er mich auch liebte?
Als sich seine Lippen von meinen lösten – es kam mir vor, als wäre eine lange Zeit vergangen – flüsterte er: „Ich liebe dich… schon die ganze Zeit über. Ich traute mich nur nicht, es zu sagen, ich hatte Angst, dass du mich hasst…“
Als ich noch einmal seine Wangen streichelte, spürte ich Tränen, die sie hinabliefen.
Mein Körper hatte sich nun beruhigt. Mein geheimer Schwarm gestand mir seine Liebe. Was wollte ich mehr?
Ich wollte aus diesem Traum erwachen… War es ein überhaupt ein Traum? Ich wusste es nicht.


Kapitel 2 – Erster Spaß

Nach diesem Kuss veränderte sich für mich ziemlich viel. Meine Gedanken schwirrten nur so umher.
Glücklicherweise begonnen seit letzter Woche die Ferien und ich genoss die Zeit. Ich war oft draußen und machte mir Gedanken über das Geschehene. Ich erinnerte mich zu gern an den Moment, in dem sich seine Lippen von meinen lösten und er mir seine Liebe gestand. Ich war überglücklich, aber trotzdem verstand ich nichts. Ob er mit mir eine Beziehung eingehen würde? Eine Liebe bedeutet doch nicht immer gleich, eine Beziehung einzugehen, oder doch? Ich war ziemlich unsicher, denn ich verstand von solchen Beziehungs- und Liebesdingen nicht viel.
Ich wollte auch nicht wirklich eine Beziehung eingehen, aber was wenn er wollte?
Ich versuchte ihn in der ersten Woche der Ferien wieder zu erwischen oder ihn zu erreichen, aber ich schaffte es nicht. Hatte ich ihn mit dem Kuss abgeschreckt? Nein, sonst hätte er mir seine Liebe doch nicht gestanden. Unwissenheit begleitete mich mal wieder auf meinem üblichen Spaziergang entlang meines Lieblingsflusses.
Was passierte noch an diesem Tag?
Nach dem Kuss sammelte er seine Prospekte, die über all auf dem Boden zerstreut lagen, ein und verschwand sofort. Was er wohl dachte? Was er fühlte? Wie gesagt, ich wusste es nicht.
Es war schön warm, die Sonne schien und es badeten ein paar Leute in dem Fluss. Was ich jetzt aber erblickte, würde ich niemals vergessen.
Dort war er, nur mit einer Badehose bekleidet, liegend auf einem Handtuch am Ufer des Flusses, an dem ich so gerne spazierte.
Es überraschte mich und mein Herz fing wieder an zu rasen. Langsam kam ich ihm entgegen. Die Wasserperlen glänzten auf seinem Körper, anscheinend kam er gerade frisch aus dem Wasser. Ich hatte ihn noch nie halbnackt gesehen.
„Hey“, begrüßte ich ihn, als hätte ich erwartet, dass er da lag.
„Oh, hi…“, entgegnete er mir.
„Du badest hier?“, erkundigte ich mich, obwohl die Antwort ja mehr als klar auf der Hand lag.
„Ja, wir haben Ferien, es ist schön warm, also wieso nicht?“
Er klang ziemlich ruhig, dafür, dass seine Ohren schon rot wurden.
„Du bist ja allein hier, so wie ich das sehe“, behauptete ich, nachdem ich die Gegend um ihn herum nach Anzeichen für eine zweite Person absuchte.
„Ja, da hast du recht…“, meinte er.
„Es tut mir Leid, was ich letzte Wo…“
„Schon gut“, unterbrach er mich und stand auf, „Wenn es dich nicht stört, geh ich wieder ins Wasser…“
Es hörte sich so an, als würde er mir aus dem Weg gehen wollen. Aber genau das wollte ich nicht zulassen. Konfrontierte ich ihn wieder mit dem Ganzen? Ich wusste nicht, wie das ganze enden sollte, aber ich gab mir endlich einen Ruck.
„Ok… Darf ich mitmachen?“, ich zog mir meine Sachen bis auf die Unterhose aus und sprang zuerst ins Wasser.
„A…a…aber“, stotterte er.
Hören konnte ich ihn nicht mehr, denn in diesem Moment tauchte ich schon unter.
Ich genoss das eiskalte, klare Wasser und wartete nur darauf, dass er auch ins Wasser kam.
„Komm doch endlich rein!“, reif ich und winkte ihn zu mir ins Wasser.
Ich grinste ihn an und beobachtete, wie er dann doch, aber etwas zögerlich, ins Wasser stieg.
Wir tobten rum, spielten mit dem Wasser und versuchten gegen die Strömung zu schwimmen. Ich wusste nicht, wie lange wir im Wasser waren – es interessierte mich auch nicht wirklich – aber nach einer gefühlten langen Zeit kamen wir doch noch aus dem Wasser hinaus. Es war mittlerweile schon dunkel geworden und alle anderen Badenden waren schon längst verschwunden.
Dieser Tag war bisher so grandios, sodass ich mich immer wieder selbst fragte, ob das wirklich die Realität war oder doch ein Traum.
An Hunger dachte ich nicht, mein Magen meldete sich auch kaum, aber etwas anderes überlegte ich mir, und zwar…
„Ich sollte mich jetzt umziehen“, unterbrach er meine Gedanken.
„Warte“, bat ich ihn und er blieb auf seinem Handtuch liegen, „ich…“
Langsam kam ich ihm näher, lete mich neben ihn auf sein ultramarinblaues Handtuch und blickte in den wunderschönen Sternenhimmel.
„Ich würde mich freuen, wenn du noch ein wenig bleiben könntest. Es sind Ferien, außerdem willst du doch auch…“
„Was will ich auch?“, fragte er neugierig.
„Das hier…“, ich beugte mich über ihn und küsste ihn noch einmal zärtlich.
Irgendetwas in mir erwartete wieder von mir, zurückgewiesen zu werden, aber meine pessimistischen Gedanken weichten schnell dem tollen Gefühl eines zärtlichen Kusses.
Er trauchte sich diesmal sogar mehr und streichelte zart meinen Rücken.
Wir küssten uns immer mehr und wurden zärtlicher. Ich wollte nicht, dass es aufhört und wie als würden meine Wünsche Gestalt annehmen, nahm es auch kein Ende.
Ich merkte, wie meine Unterhose langsam meinen Hintern hinabglitt und ich wusste, was das für ein Zeichen war. Er wollte mehr als nur rummachen.
Aber wieso so früh?
Ich meinte, wir hatten das zweite Mal geküsst, warum war er schon so weit?
Er tat so, als würde die Badehose stören und schob mich etwas beiseite um sich seine Badehose auszuziehen.
Ich fühlte mich irgendwie in der falschen Rolle. Sein Verhalten, es… es war einfach so komisch. Anders als ich es jeh von ihm erwarten hätte können.
Wir lagen an dem Ufer meines Lieblingsflusses und zwar nackt. Unsere Körper klebten aufeinander und wir waren kurz davor, den Akt der Liebe zu begehen.


Kapitel 3 – Kleiner Abschied

Da lagen wir nun, am Ufer meines Lieblingsflusses, uns kuschelnd. Nach langem Kampf mit meinem Gedanken lehnte ich es ab, mit ihm Sex zu haben und versuchte nicht seine Missgunst dadurch zu erlangen. Wenn er mich wirklich liebte, dann sollte er das verstehen, was er dann auch akzeptierte.
Es war eine tolle Nacht, aber es wurde leider auch rasch kühl. Ich hatte die Idee, ein Lagerfeuer zu machen, das uns hätte wärmen können, doch es gab nicht genug Holz und Streichhölzer oder ein Feuerzeug hatten wir ja sowieso nicht dabei.
„Komm mit zu mir“, flüsterte ich, nachdem ich ihm noch einmal einen Kuss auf die Lippen setzte.
„Aber… Mein Dad wird sauer auf mich sein“, entgegnete er.
„Schreib ihm eine Sms. Du kannst mein Handy haben. Jetzt lass uns erstmal anziehen.“
Schweigsam nickte er und zog sich ebenfalls an. Seine Konturen, die gerne im sanften Mondlich verschwammen, sahen traumhaft aus. Sein Körper, seine Erscheinung, es war einfach so… unglaublich schön.
Wir stiegen das Gebüsch, nach dem wir fertig waren, hinauf und machten uns auf den Weg zu mir nach Hause. Während wir die leicht beleuchtete Straße entlang liefen, schrieb er seinem Vater diese Sms. Er sah so süß aus, als er die Knöpfe seines Handys drückte. Er machte so ein ernstes Gesicht, was ich immer wieder faszinierend fand.
„Abgeschickt“, sagte er, nachdem er den letzten Knopf drückte. Danach steckte er sein Handy wieder in die Hosentasche.
Ich blieb für einen Moment stehen und blickte ihn an. Wieder passierte etwas magisches. Ich fühlte mich einfach so zu ihm hingezogen, dass er es wieder verdiente, von mir geküsst zu werden.
Nach einiger Zeit lösten wir uns wieder und er flüsterte: „Danke.“
Wir waren meinem Zuhause schon ziemlich nahe, also dauerte es nicht lange. Langsam und leise schlichen wir in mein Zimmer, ib mir einfiel, dass mein Vater gar nicht da war. Er befand sich auf einer Geschäftsreise und würde bis zum Ende der meiner 6-wöchigen Sommerferien wegbleiben. Das war für mich natürlich ein großer Vorteil, die ganzen Ferien für mich zu haben.
Ich erklärte ihm die Situation, denn er sah mich wirklich verwundert an, nachdem ich erst geschlichen bin und dann plötzlich das Licht anmachte und nicht gerade geräuschlos aus der Küche etwas zu Trinken für uns holte. Während er an seiner Limonade nippte, erklärte ich es ihm. Ich erwähnte ein paar Vorschläge, was wir machen könnten und entschlossen uns dazu einen Film zu schauen.
Ich bot ihm einen Schlafanzug an, doch er lehnte ab.
Wir kuschelten uns mit nur einer Unterhose bekleidet unter eine Decke auf das Sofa im Wohnzimmer. Anfangs traute er sich nicht, mich wieder zu berühren, aber nach ungefähr der Hälfte des Filmes bemerkte ich, wie seine Hand meinen Oberschenkel streichelte. Ich ließ es zu, denn irgendwie gefiel es mir doch. Ich antwortete ihm sogar, indem ich zärtlich seinen Handrücken streichelte. Was in dem Film geschah interessierte uns anscheinend beide nicht wirklich.
Ich gab mir einen Ruck und küsste ihn wieder. Unsere Herzschläge und auch unsere Atmung gleichte sich wiedermal an, und ich wusste, er war etwas besonderes. Ich spürte, wie es ihm gefiel, dann brachte ich ihn dazu, sich hinzulegen und ich stützte mich über ihn. Ich fuhr mit meinen Lippen über sein Kinn, seinen Hals entlang bis zu seiner Brust. Mit meiner Zunge streichelte ich zart über eine bestimmte Stelle auf seiner Brust.
Manchmal fuhr er mit seinem Körper hoch. Nach ein paar Malen kümmerte ich mich um seinen Bauch, inklusive seines Bauchnabels. Irgendwie hatte ich es mit Bauchnabeln und ich habe es immer noch. Bauchnabel sind empfindliche Stellen am Körper und es ist interessant herauszufinden, ob jemand ein Bauchnabel im Bauch oder außerhalb des Bauches hat. (Ihr wisst doch, was damit gemeint ist?) Er war ein Bauchnabel-im-Bauch-Mensch.
Mit einem plötzlichen Ruck schubste er mich nach hinten. Ich fiel auf meinen Rücken und er sprang mich fast auf mich drauf. Er tat dasselbe wie ich und fuhr dann aber wieder an meine Unterhose.
Ich wies ihn verneinend zurück.
Nein, auch diesmal war ich nicht wirklich bereit dafür. Das er wieder damit anfing, erschreckte mich schon.
Es war einfach zu früh und ich fühlte mich nicht bereit dazu.
Der Film war bald zuende, wir schliefen zur Titelmusik des Filmes aneinander gekuschelt ein.
Am nächsten Morgen, wir wachten gegen Mittag auf, weckte er mich mit einem Guten-Morgen-Kuss.
Es war ein schönes Gefühl ihn bei mir zu haben. Es erfüllte mich mit lauter positiven Gefühlen, die ich so zuvor noch nicht kennenlernen durfte.
Aber dennoch kam es mir manchmal wie erträumt vor.
Ich machte uns zwei Schüsseln Kelloggs zum Frühstück und wir aßen am Küchentisch. Ich schloss meinen Mp3-Player an den in der Küche befindlichen Boxen an und wir hörten meine Lieblingsmusik.
Ich genoss einfach nur noch das Beisammensein mit ihm, die Musik, die Sonne die ab und zu mal durch das Fenster schien und die eiskalte Milch in meiner Schüssel.
Nachdem wir mit alledem fertig waren, zogen wir uns an und ich begleitete ihn nach Hause. Er wohnte nicht wirklich weit weg. Es dauerte gerade einmal 20 Minuten bis ich bei ihm war.
An seiner Haustür verabschiedete ich mich mit einem Kuss und verschwand. Bevor ich noch nach Hause ging, wollte ich noch einmal an meinen Lieblingsfluss spazieren gehen. Das wunderschöne Wetter und meine gute Laune scheinten kein Ende zu nehmen. Der beruhigende Klang des plätschernden Wassers, das Zwitschern der Vögel, ja, das alles perfektionierten meinen Tag.
Gegen Abend kam ich dann  zu Hause an. Als ich im Hausflur stand, sah ich ihn da sitzen.
Er weinte.
Was war passiert?


Kapitel 4 – Die Wahrheit

Er saß da, auf dem Boden vor meiner Tür. Erschrocken blieb ich stehen und hielt die Hand entgeistert an mein Gesicht, als ich erblickte, dass er weinte.
Ein richtiger Blitz fuhr durch meinen Körper und für kurze Zeit war ich bewegungsunfähig. Ich wollte so gerne aus dieser Starre heraus, aber es ging nicht. Was war das für ein Gefühl, das ich plötzlich hatte?
Als er mich bemerkte, zog er seinen Nasenrotz hoch und wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht, als wenn nichts wär.
Bevor er aufstand, versuchte er so unauffällig wie möglich den Rucksack, den er bei sich hatte, beiseite zu schieben, was aber nicht wirklich klappte, ohne dass ich eas bemerkte. Er stand also auf und ging auf mich zu. Meine Bewegungsstarre löste sich und ich war jetzt in der Lage, die restlichen Stufen hinter mich zu bringen.
„Da bin ich wieder“, war sein Versuch, den Grund seines Wiederkommens verscherzend zu vertuschen.
„Ich hoffe, es stört dich nicht,  wenn ich wieder da bin“, sagte er mit sanfter Stimme, während er sich am Hinterkopf kratzte.
„Ehhhm… nein, natürlich nicht“, antwortete ich ihm.
„Ich habe dich vermisst und Zuhause kann ich nicht wirlkich was machen. Ist total langweilig dort“, meinte er.
Ich sah es ihm sofort an. Er log mir direkt ins Gesicht. Es war etwas anderes, das ihn zu mir führte. Ich blickte ihn an, um nach Anhaltspunkten zu suchen. Der Fakt, dass er einen Rucksack dabei hatte und gerade noch weinte, waren in meinen „Nachforschungen“ schon längst mit einbezogen.
Was war aus dieser mysteriösen Person geworden, in die ich mich einst verliebte? Diese unbeholfene, freie und stets fröhliche Gestalt stand nun vor mir und verschwieg mir den wahren Grund seines Wiederkommens. Ich hab ihn noch nie weinen sehen. Es war, als würde ein Bühnenbild zusammenfallen und man die Personen und Dinge hinter diesem Bild erkennen konnte. Es war eine komplette Häufung seines Ichs.
Zudem ertränkte er mich in einem Fluss von Gefühlen, einem Sturm, der in mir herrschte. Mir schossen so viele Gedanken durch den Kopf, die jedesmal ein neues Gefühl hervorbrachten. Ich war verwirrt. Was sollte ich nun tun?
Plötzlich bemerkte ich, wie er mich umarmen wollte. Abweisend stieß ich ihn sanft von mir weg und griff nach seiner Hand. Als ich diese berührte, fühlte ich etwas stoffähnliches, das bei näherem Betrachten als ein Verband zu erkennen war.
Ich konnte es nun nicht mehr stoppen.
„Warum lügst du mich an!? Und was soll der Verband!?“, schrie ich ihn an, „Sag die Wahrheit, sofort! Ich seh doch, dass etwas passiert sein muss!“
„Beruhig dich doch erstmal“, seufzte er.
Da ich dachte, dass er mir nun die Wahrheit sagen würde, ließ ich ihn reden.
Er holte tief Luft und erklärte: „Es ist nichts passiert. Ich dachte nur, du würdest dich freuen, wenn wir noch ein wenig mehr Zeit miteinander verbringen würden. Es sind doch Ferien, da dachte ich, pack dein Zeug und geh zu ihm. Das hab ich dann ja auch getan.“
Danach versuchte er, verlegen zu lachen.
„Ach, und deswegen sitzt du weinend vor meiner Haustür? Und weswegen hast du den Verband an deiner Hand?“, wand ich immer noch wütend ein.
Aus einer Laune heraus löste ich seinen Band und sah mir seine Verletzung an.
„AU! Lass das!“, rief er auf, nachdem ich mit dem Finger über seine Wunde glitt.
„D…d…das ist ja eine Brandverletzung!“
„Das weiß ich auch“, meinte er sarkastisch.
„Woher hast du die? Sag mir endlich die Wahrheit!“
So vorwurfsvoll wie ich nur konnte, sah ich ihm direkt in die Augen und versuchte, in ihn einzudringen. Es dauerte einige Momente, bis er endlich aufgab und sich meinem Blick unterwarf.
Doch bevor er etwas sagte, sperrte ich die Wohnung auf und zerrte ihn hinein. Durch eine Geste bat ich ihn, an den Küchentisch zu sitzen. Ich holte schnell aus dem Medizinschränkchen eine Salbe für Verbrennungen. Ich kam wieder zu ihm zurück und schmierte ihm das Zeug reichlich auf seine Verletzung.
„Fang an“, bat ich ihn, immer noch grimmig schauend.
Während er begann zu reden, holte ich etwas zu trinken und hörte ihm aufmerksam zu.
„Als wir uns vor meiner Haustür verabschiedeten, hatten wir uns doch geküsst. Danach bin ich rein, wo mein Vater mich erwartete. Er hatte wieder einige Bier intus und brüllte mich erst an, wieso ich gestern bei dir blieb. Bei dem ganzen Pipapo hab ich nicht wirklich aufgebpasst. Ich ging also in die Küche, zu Mutter, die gerade das Essen vorbereitete. Dann fing er an, mich zu beleidigen und mich zu fragen, warum ich so eine Schwuchtel sei. Währenddessen packte er mich und  drückte meine Hand auf den heißen Herd. Daher die Brandverletzung. Meine Mutter verteidigte mich und gab mir einen Verband. Dann machte mein Vater nun auch sie fertig und wir stritten mit ihm. Er schlug sie und ich versuchte sie zu schützen, was ich aber nicht schaffte. Am Ende meinte er nur noch, dass kein Platz in seinem Haus für eine Schwuchtel wäre und brüllte mich sozusagen außer Haus. Ich packte all meine Sachen und verschwand… zu dir…“


Kapitel 5 – Erkenntnisse und Gedanken

Es war einer der Tage, wie jeder andere. Nun im Grunde ja eigentlich nicht. Heute morgen hatte ich mich von der Person verabschiedet, die ich insgeheim liebte und mit der ich die Nacht verbringend durfte. Wir waren intim und das… war wirklich eine interessante und auch sehr angenehme Erfahrung.
Ich brachte ihn heute Mittag wieder nach Hause und ging spazieren. Meine Gedanken flogen umher wie ein Schwarm Krähen, der nicht wirklich wusste, wo er jetzt nun Halt machen sollte.
Als ich dann – ich spazierte ziemlich lange für meine Verhältnisse – wieder Zuhause ankam fand ich meinen Schwarm weinend auf dem Boden vor meiner Haustür wieder. Ich stellte ihn zur Rede.
Nachdem er mich anlog, entdeckte ich eine Verletzung, verpflegte ihn, obwohl das schon seine Mutter tat und erfuhr dann doch die Wahrheit.
Ein Streit mit seinem Vater, der anscheinend Alkohol mehr liebte als seine Frau und seinen Sohn, brachte ihn dazu wieder zu mir zu kommen, besser gesagt zu flüchten.
Ich konnte ihn wirklich gut verstehen, aber selber Erfahrungen durfte ich glücklicherweise in der Beziehung noch nicht sammeln.
Seufzend schritt ich meine Küche auf und ab und versuchte meine Gedanken zu ordnen und ein wenig zu planen.
Mein Vater war bis zum Ende der Sommerferien nicht da, also konnte ich ihn ruhig bei mir schlafen lassen. Dazu bräuchte ich aber monatlich mehr Geld, da mein jetziges Bugdet nicht wirklich dafür ausreichte. Also blieb es mir nur, meinen Vater zu bitten, mir mehr Geld zu schicken mit der Begründung, dass ich jetzt einen Gast hatte, der Streit mit seinen Eltern hatte.
Ich könnte jeden Tag aufs Neue mich dafür Bedanken, dass meine Vater eine wirklich nette und verständnisvolle Gestalt war. Nachdem ich meine SMS abschickte, kam auch schon eine Antwort zurück in der stand, dass er damit einverstanden war. Gut, dann war schon einmal dieses Problem beseitigt. Dann sollten wir doch nur noch zum Einkaufen fahren – ich hatte ja noch ein wenig Geld übrig – und dann wieder ab nach Hause.
Warum war ich mit meinen Gedanken eigentlich so verwirrt?
Nagut, man muss ja auch verstehen, dass es nicht jedem passiert, dass sein Schwarm bis zum Ende der Sommerferien bei einem bleiben konnte, Tag und Nacht. Ich sollte mich überglücklich schätzen, aber trotzdem fuhr in mir ein komisches Gefühl hoch, als ich ihn anblickte und ein gequältes Lächeln sah.
Ich nahm mir allen Mut zusammen und zerrte ihn mit nach draußen.
„Komm, wir sollten noch schnell einkaufen gehen, bevor alle Läden zu haben, außerdem möchte ich mir für heute Abend wieder einen Film ausleihen!“, erklärte ich ihm ohne große Umschweife.
Händchen haltend folgten wir den Treppen nach unten und verließen das Haus.
Mein Kopf wurde leicht rot als ich merkte, dass wir Hand in Hand durch meine Heimatstadt liefen. Es… es war wirklich ein wunderschönes Gefühl ihn bei mir zu haben, doch immer wieder kam mir dieses komische Gefühl in den Weg und zerstreute meine gerade so schön geordneten Gedanken.
Diesmal schaffte ich es, das zu vergessen, als er plötzlich stehen blieb und etwas unverständliches murmelte.
„Was… ist los?“, erkundigte ich mich und kam näher zu ihm her.
Plötzlich umarmte er mich und drückte sich fest an meinen Körper.
„Danke, danke dass du mir so hilfst! Du… du bist echt ein toller Mensch, ich wusste von Anfang an, dass ich mich in den richtigen verliebt hatte…“
Jetzt drückte er mir noch einen kleinen Kuss auf die Lippen und löste sich wieder von der Umarmung. Er lief weiter und blickte grinsend zurück, als er merkte, dass ich immer noch stehen blieb.
Da war es wieder, dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmte. War ich es nicht erst noch, der diese beschütz-mich-Stellung einnahm? Warum hatte ich jetzt das Gefühl, dass ich der starke sei, der die Aufgabe hatte, IHN zu beschützen? Wollte ich micht nicht von Anfang in seinen Armen vergraben und mich von alle dem lösen, das mir Schmerz zufügte? War ich es nicht der, der ihn als „Erlöser“ und Beschützer in allen Lebenslagen sah?
Jetzt verstand ich die Welt nicht mehr. Warum… warum brachte er meine Gedanken so durcheinander, obwohl ich immer noch die selben Gefühle für ihn hatte wie vorher doch auch.
Es war wirklich kompliziert eine Beziehung, die doch offiziel keine war, zu führen. Das erkannte ich immer und immer wieder.
Gemütlich schlenderte ich die Straße entlang, ihn an meiner Seite.
Dort angekommen richtete ich meinen Blick stets gerade aus, um ja nicht von den tollen Sachen die man hier und da sehen und begutachten konnte, abgelenkt zu werden. Mein Weg führte mich wie immer auf einer kleinen Route durch den gesamten Laden. An den Richtigen Stellen brauchte ich nur einmal nach links oder rechts greifen um das zu bekommen, was ich so gerne aß oder knabberte.
In meinem Beutel befanden sich nun verschiedene Pizzen für ihn und ein Haufen Vier-Käse-Pizzen für mich, einige Packungen Nudeln, Ketchup und etwas Brot, dazu Milch und meine Lieblingsfrühstücksflocken – sicherheitshalber mehrere Packungen, da ich morgens gerne mehr als zwei Schüsseln aß. Hinzu kam noch Chips und Schokolade.
Da ich jetzt nun wirklichk eine einzige Hand mehr frei hatte – der Wunsch ein Oktopus zu sein war bei mir in letzter Zeit häufiger aufgetaucht – trug mein Begleiter einige Flaschen Cola mit sich, die wir zusammen zur Kasse brachten. Das Geld reichte zum Glück aus, und wir brachten das ganze schnell nach Hause.
NACH HAUSE??
Hatte ich da nicht etwas vergessen?
Mich mehrmals bei ihm entschuldigend luden wir dann doch unsere Verpflegung bei mir Zuhause ab, denn das ganze nochmal mitzuschleppen war wirklich nicht gerade schlau. Nicht bei dem Weg, den wir jetzt noch vor uns hatten.
Durch die angebrochene Nacht spazierend, erreichten wir schon bald meine Lieblingsvideothek, die auch noch um 8 Uhr abends geöffnet hatte.
Schnell zeigte ich meinen Mitgliedspass und schnappte mir einige Filme, die im TOP-Regal waren, anscheinend die Filme, die erst neu erschienen waren.
Der Rückweg war viel angenehmer als der Hinweg.
Langsam gingen wir zurück. Er lief ziemlich nah an an meiner Seite.
Der Mond schien ziemlich hell und auch einige Sterne glitzerten uns den Weg nach Hause. Ich merkte wie er das genoss, als auch noch ein kühles Windchen wehte.
Ich sah ihn öfters an und erblickte immer einen Jungen, der fasziniert in den Himmel blickte und anscheinend auch meine Präsenz genoss. Er fing immer an zu lächeln, während ich meinen Kopf in seine Richtung drehte.
Ohne mir groß darüber Gedanken zu machen greifte ich nach seiner Hand und wir liefen weiter nach Hause.
Kurz vor der Haustür – es müssten ungefähr 200 Meter gewesen sein – fing es an zu nieseln und plötzlich zu schütten wie aus tausenden Eimern.
Wir rannten zur Haustüre und suchten Schutz unter dem kleinen Dach, das sich darüber befand.
Er grinste mich an und lachte, als er sah, wie meine durchnässten Haare an meinem Gesicht kleben blieben.
Doch dann wurde sein Blick ernst.
Langsam kroch seine Hand meine Wange bis zu meiner Schläfe hinauf und er küsste mich zart.
„Wir sollten besser hineingehen“, schlug er vor nach dem wir uns wieder lösten, „Du wirst sonst krank.“
Er klaute mir den Schlüssel aus der Hosentasche und sperrte auf.
Ich wusste gar nicht, dass er so fürsorglich sein kann.
Oben angekommen stapelten wir den Haufen DVDs im Wohnzimmer und zogen uns aus. Die durchnässte Kleidung kam natürlich gleich in die Waschmaschine.
Nun war wieder so eine Situation gekommen. Wir beide kuschelten uns, nur mit Boxxershorts bekleidet, unter die Decke und schauten einen Film.
Ob er wieder DAS von mir wollte? Ich wusste es noch nicht und und nahm mir vor, mich heute wieder überraschen lassen zu wollen.
Hatte ich Angst davor, dass er es wollte, oder war es etwas anderes, das plötzlich kalt meinen Rücken hochfuhr?
Warum wollte er ES von mir, obwohl wir noch nicht mal 3 Tage beisammen waren.
Was war sein Geheimnis?


Kapitel 6 – Die Liebe

Mittlerweile verging eine Woche. Eigentlich sollte ich mich sehr glücklich schätzen, denn mein Schwarm übernachtete jetzt schon einige Tage bei mir. Wir hatten in der letzten Zeit wirklich viel Spaß. Ich lernte ihn besser kennen und ebenso öffnete ich mich ihm. Immer wieder bestätigte sich meine Entscheidung ihn zu lieben. Die mysteriöse, geheimnisvolle Person, dessen Aura eine mächtige Anziehung hatte, öffnete sich mir und enthüllte sein wahres Ich.
Ich liebte ihn über alles.
Er war nett, zuvorkommend und immer lustig und obwohl er eigentlich die gequälte Person war, brachte er mich immer zum Grinsen. Das Leben verarschte mich einmal nicht und es fühlte sich wirklich so an, als wäre ich einmal richtig glücklich.
Doch ich kannte mich zu gut.
Natürlich musste ich doch was daran auszusetzen zu haben.
Denn obwohl er langsam wissen sollte, das ich ES nicht will, wollte er mich immer wieder zu DIESEM Akt verführen.
Ich war einfach dafür noch nicht bereit. Nun gut, ich musste zugeben, dass es mich schon reizte, aber… ich wollte nun einfach noch nicht.
Wieso wollte er das in letzter Zeit so oft? Eine weitere Frage in meinem Leben auf die ich auf Anhieb – und selbst mit längeren Überlegungen – keine Antwort fand.
Unsere Freizeitgestaltung wechselte jeden Tag ab. An dem einen Tag sahen wir einen tollen Film im Kino, ein andermal schlenderten wir einfach durch die Sadt. Es war meistens wirklich romantisch. Ihn an meiner Seite zu haben erfüllte mich mit einem Glücksgefühl, dass alle anderen Gefühle leicht übertrumpfen konnte. Nur seine Nähe hebte mein Laune um ein Vielfaches.
Und mit der Zeit hatte ich langsam das Gefühl, dass er seine Eltern und das Geschehene immer mehr vergaß. Allgemein war es wirklich eine geniale Zeit.
Auch an diesem Abend – wir spazierten heute an meinem Lieblingsfluss entlang – lagen wir anschließend auf dem Sofa. Zärtlich küsste ich ihn und streichelte sanft über seinen Rücken.
Diesmal fuhr er mir wieder über meinen Rücken und stoppte seine Hand, als er meine Unterhose erreichte.
Das war das Zeichen, dass er ES nun wollte.
Sofort fragte ich mich: sollte ich ihn zur Rede stellen oder es mit ihm machen?
„Was soll das?“, brach es aus mir heraus, als er noch tiefer in meine Unterhose glitt.
„Du weißt genau, was ich will“, flüsterte er verlegen.
„Aber wieso? Du weißt doch, dass ich es einfach noch nicht will…“
Ich lehnte mich zurück und setzte mich auf. Ein wenig aufgebracht darüber, dass er es schon wieder versuchte, war ich schon.
Nachdenkend massierte ich meine Schläfen und fragte: „Warum willst du es unbedingt?“
Erst schwieg er, doch dann erklärte er: „Ich liebe dich, und ich habe gemerkt, dass DU mein Auserwählter bist. Bei dir fühle ich mich nun einfach bereit…“
„Ich kann das doch verstehen, auf irgendeine Weise, a…“
Plötzlich unterbrach er mich mit einem Kuss.
Er setzte sich auf meinen Schoß und legte seine Arme um meine Schultern mich immer noch küssend.
„Ich liebe dich“, flüsterte er und küsste mich weiter.
Mein Herz schlug wilder, meine Atmung wurde schwerer, als ich merkte, dass er seinen Hintern leicht rhythmisch bewegte. Während er mich immer mehr küsste, streichelte er meinen ganzen Körper. Ich wurde dabei immer erregter.
Er wollte mich geil machen, damit ich es mit ihm treibe… aber mein Wille war stark genug.
„Ich will noch nicht“, erklärte ich, „Bitte… ein andermal, ok?“
Er seufzte und setzte sich von mir runter.
„Ok, wenn du meinst“, meinte er, nachdem er mir noch einen Kuss auf die Lippen setzte.
„Legen wir uns hin“, schlug ich vor, während ich nach der Fernbedienung griff und den Fernseher anschaltete. Er kuschelte sich an mich und wir beide sahen noch ein wenig fern.
Es fühlte sich so grandios an, ihn an meiner Seite zu haben. Ab und zu strich ich ihm durchs Haar. Dann schob ich meine Hand unter seinen Arm zur Brust.
Mir kam es immer noch wie ein Traum vor. Seit dem ersten Tag, an dem er mir seine Liebe gestand, die Tage danach und die letzte Woche. Aber all das konnte aber doch kein Traum sein?
Alles fühlte sich so real an, also durfte ich doch gar nicht daran zweifeln, oder?
Ich liebte ihn.
Meine Hand streichelte mal seinen Bauch dann mal wieder seine Brust. Es gefiel ihm anscheinend.
Auch in dieser Nacht schlief er sanft in meinen Armen ein. Meine Wenigkeit konnte diese Nacht gar nicht schlafen. Die Gedanken über das was geschah und darüber, dass er mit mir schlafen wollte, gingen mir nicht aus dem Kopf und hielten mich wach.
‚Ich liebe ihn… auch mit seiner Eigenart. Soll ich ihm seinen Wunsch erfüllen und mit ihm schlafen? Es würde ihm sicherlich glücklich machen. Er hat es doch eh schon schwer genug, also…’, dacht ich mir und sah meinen schlafenden Freund an.
Ich stützte mich über ihn und küsste ihn mitten in der Nacht wach.
„Was ist los?“, fragte er verschlafen.
Ich gab keine Antwort. Meine Lippen fuhren seinen Hals hinab und ich leckte seine Brustwarzen.
„Was machst du da?“, wunderte er sich, doch dann blickte er, was ich vorhatte.
Jetzt folgten sein Bauchnabel und dann fuhr ich zu seiner Unterhose. Ich zog diese aus und fing an, sein Ding zu massieren.
Ich wurde dabei auch ziemlich erregt. Die Seiten wechselten sich und nun wurde ich „verwöhnt“.
Ja, in dieser Nacht schliefen wir miteinander.
Was tat ich da nur? Nun gut, es fühlte sich einfach nur toll an, aber war ich wirklich so glücklich darüber?
Der nächste Morgen wurde jedoch schrecklich. Als wir am Frühstückstisch saßen, und ich gerade die Stille genoss, fing er an zu reden.
„Hör zu… Ich bin dir wirklich dankbar, dass du dich umentschieden hast, aber der Grund, wieso ich mit dir schlafen wollte war…“
Er machte eine kurze Atempause und ich erwartet aufmerksam auf seine Erklärung.
„Ich habe vielleicht nicht mehr lange zu leben. Ich habe Krebs.“


Kapitel 7 – Verdrängung

„…Ich habe Krebs.“
Die Welt blieb für mich stehen. Mein Löffel fiel in die Schüssel und schleuderte Milchtropfen in alle Richtungen.
„W…W…WAS!?“, brüllte ich durch die ganze Wohnung und sprang dabei auf, „Das kann doch nicht wahr sein!?“
Stille.
Ich sah in seine wunderschönen Augen und erblickte, dass es nicht so wie immer war. Diesmal sagte er die Wahrheit.
Und ich dachte, ich hatte es schwer, doch im Gegensatz zu seinem Leben sahs bei mir noch rosig aus.
Das mit seinem Vater, dann noch das hier, ich musste seufzen.
Seine Verzweiflung spiegelte sich in seinen Augen wieder. Die Trauer, die in ihm herrschte, übertrug sich schlagartig auf mich über. Ich nahm seine Hand und zog ihn zu mir. Dann drückte ich ihn fest an meinen Körper.
„Wie lange weißt du das schon?“, flüsterte ich während ich mir meine Tränen unterdrückte.
„Schon seit Längerem. Die Ärzte hatten auch schon verschiedene Behandlungen probiert… doch keine schlug an…“
„Das heißt…?“, fing ich an, doch ich traute mich nicht diese Frage zu beenden.
„Ja“, murmelte er, „es könnte jeden Tag passieren…“
In diesem Moment drückte ich ihn noch festern an meinen Körper. Ich war schon immer ein sehr hoffnungsvoller Mensch gewesen, doch jetzt konnte ich nur noch falschen Optimismus vortäuschen.
„Du schaffst das!“, munterte ich ihn auf.
„Ich liebe dich“, konnte er noch sagen bis er in Tränen ausbrach.
Ich musste mich wirklich zusammenreißen. Keine einzelne Träne kroch aus meinen Augen. Nicht nur für ihn musste ich Stärke zeigen, sondern auch für mich. Wie sollte ich das sonst alles verkraften und durchhalten?
„Jetzt komm, denken wir nicht mehr daran, ok? Lass uns erstmal zuende Frühstücken.“, schlug ich vor und wischte seinen Tränen aus seinem Gesicht. Er zog seinen Rotz hoch. Ich küsste ihn und grinste so gut ich konnte. Wie gesagt, wenn ich jetzt auch noch das Flennen begonnen hätte, wäre ich niemals in der Lage ihm dieses Du-schaffst-das-Gefühl zu geben.
Nun stellte sich mir die Frage, wie ich das am besten verdrängen könnte und vorallem was wir heute unternehmen könnten, damit es ihm besser geht.
„Du bifft ein guter Menff“, hörte man ihm mit vollem Mund sagen.
Ich lachte.
„Wie würdest du es finden, wenn wir heute zu dem Jahrmarkt, der in der Stadt ist, gehen würden?“, stellte ich nach langem Überlegen vor.
„Das ist eine supi Idee“, grinste er während er seine Schüssel abspülte.
Ja, wir spülten unser dreckiges Geschirr immer gelich ab, da zum einen die Spülmaschine kaputt war und zum anderen ich wirklich keine Lust auf einen unbezwingbaren nicht gespülten Geschirrberg hatte, wie sonst auch. Ich wollte einfach nicht noch einmal knapp 3 Stunden mit Spülen verbringen. Manchmal machte ich mir schon Gedanken darüber, was ich doch für komische Erfahrungen hatte.
Es sah so süß aus, wie er nur mit einer Unterhose bekleidet, spülte. Ich stand auf und nahm ihn von hinten in die Arme. Seinen Bauch streichelnd küsste ich seinen Nacken. Es gefiehl ihm.
Er drehte seinen Kopf zu mir und setzte einen Kuss auf meine Lippen. Nachdem er mit Spülen fertig war, wollten wir uns endlich fertig machen.
Das hieß für uns ab unter die Dusche und danach was schickes Anziehen.
So betrat ich das Bad, warf meine Unterhose in den Wäschekorb und stieg in die Duschkabine.
Gerade als ich das warme Wasser aufdrehen wollte, klopfte es an der Badtür.
„Können wir zusammen duschen?“, hörte ich es fragen.
Grinsend dachte ich nach. Ein verzweifelter Versuch mit seinen Gedanken nicht allein gelassen zu werden? Warum schloss ich überhaupt von mir auf andere? Wieder einer dieser nicht beantwortbaren Fragen meines gar so tollen Lebens.
„Komm rein“, bat ich ihn, denn ich wollte ihm den Spaß nicht nehmen.
Außerdem war ich auch sehr interessiert daran, mit ihm zu duschen. Es war etwas – wie soll ich sagen – aufregendes?
Er öffnete also die Badtür, warf seine Unterhose ebenfalls in den Korb, der vor schmutziger Wäsche nur so strotzte, und stieg zu mir in die Kabine.
Glücklicherweise war es nicht eng und wir hatten genug Platz.
Ich schob den Duschkopf auf der Schiene nach oben und drehte das warme Wasser auf. Warum fiel mir immer, wenn ich duschte, der Begriff „Warmduscher“ ein? Ich wusste es nicht und hier und jetzt darüber nachzudenken war absolut nicht angebracht.
Als sich jedoch sein Körper an meinen schmiegte, erwachte ich aus meinen Gedanken. Er klammerte sich an meine Brust und schloss die Augen. In diesem Moment bemerkte ich, dass mir unser Größenunterschied eigenartig groß vorkam. Dabei schätzt ich ihn gerade einmal als 6-8 Zentimeter kleiner als mich ein. Bei meinen 1,78 Meter machte das bei ihm gut 1,72 Meter.
Verdammt!
Warum lenkte ich meine Gedanken gerade mit soetwas ab? Vielleicht muss ich dann nicht mehr an DAS denken?
Eine Träne kullerte über meine Wange, doch sie wurde durch die vielen anderen Wassertropfen nicht erkannt.
„Ich liebe dich“, murmelte er und blickte mich an.
Jedes mal, wenn er das sagte rauschte ein Welle von Hormonen durch meinen Körper und ich denke, ich wurde leicht rot.
„Ich dich doch auch“, grinste ich und im nächsten Augenblick schon küsste er mich.
Dieser Kuss war anders als alle zuvor. Er fühlte sich viel intensiver und viel liebeserfüllter an, als die Vorherigen.
Nach diesem Kuss lachelte ich ihn an.
„Jetzt kommt noch erst der spaßige Teil vom geimensamen Duschen“, lachte ich.
„Du meinst doch nicht etwa?“, erkundigte er sich.
„Doch, doch“, gab ich zur Antwort und kleckste ihm erstmal etwas Schampoo auf den Kopf. Fröhlich verteilte ich es in seinem Haar und rieb alles schaumig.
„Das fühlt sich gut an“, sagte er und verteilte ebenfalls Schampoo in meinem Haar.
Ich genoss es richtig, wie seine Hände meinen Kopf massierten.
„Oh nein!“, seufzte ichals ich schwarzfarbenen Schaum meinen Körper hinuntergleiten sah, „Meine Harfarbe löst sich auf.“
„Das ist doch nicht schlimm“, munterte er mich auf.
„Jetzt siehst du, dass ich normalerweise braune Haare habe.“
„Sieht doch auch toll aus“, lächelte er mich an.
DA hatte er allerdings Recht. Vorallem zu seinen dunkelblonden Haaren passte mein Braun doch viel besser.
„Weißt du, was du jetzt tun darfst?“, fragte ich und glitt mit meiner Hand seine Brust hinab.
„Ich weiß schon“, meinte er und drückte mir noch einen kurzen Kuss auf die Lippen.
Er nahm sich etwas von dem Duschgel und rieb es großzügig auf meinen Körper. Ich wurde Sekunde für Sekunde immer erregter, während er zärtlich meinen Körper einrieb.
Er kümmerte sich nun um eine bestimmte Stelle meines Körpers und ich fing an leicht zu stöhnen.
Natürlich wollte ich auch ihn verwöhnen, also begann ich damit, seinen Rücken einzugelen. Aber dabei blieb es nicht.
So kam es dazu, dass wir es in der Dusche machten.
Nachdem wir auch das beendet hatten, und mit dem Zähneputzen, etc. abgeschlossen hatten, widmeten wir uns dem Aussuchen unserer heutigen Kleidung. Es war ja mehr oder weniger ein besonderer Anlass und da sollte man sich schon schick machen.
Ich kramte eine schwarze Hose, ein weißes Shirt und dazu eine ebenfalls schwarze Weste aus meinem Schrank. Er striff sich ein dünnes, langärmliges Sweatshirt über und stieg danach in eine dunkle Jeans. Das war also unser heutiges Outfit.
Jetzt konnten wir uns auf den Weg machen!


Kapitel 8 – Der Rummel in dir

Jahrmarkt – genau einmal im Jahr versammeln sich Schausteller, um das gemeine Volk mit ihren Fahrgeschäften, ob Karusell oder Gruselkabinett, zu erfreuen. Und das genau in dieser Stadt.
Aber bevor wir uns diesem riesen Spaß widmen konnten, wäre es wirklich eine gute Idee gewesen, Geld dafür zu haben. Also auf zur Bank.
Wir beide waren schon so daran gewöhnt, fast jeden Tag zur Bank zu gehen, dass dieser Spaziergang mir fast so gut gefiel, wie an meinem Lieblingsfluss entlang zu schlendern.
An diesem Tag war es zum Glück nicht so heiß, wie in den letzten Tagen. Es war richtig angenehm.
Kühler Wind wehte durch unser Haar, das tat wirklich gut.
Nachdem wir an der Bank angekommen waren, grüßte ich wie gewohnt die Angestellte, die hinter dem Thresen saß, schritt zum Geldautomaten und hob etwas Geld ab. Als ich dann dies auch erfolgreich abschloss, verabschiedete ich mich von der netten Dame und wir machten uns auch schon wieder auf den Rückweg.
Wir liefen an meiner Wohnung vorbei und folgten dann dem Lauf der Straße. Nach etwa 5 Minuten erreichten wir eine kleine Holzbrücke, die wir überquerten. Wenn man zwischen die kleinen Schlitze der großen Holzbalken hindurchblickte, konnte man das rauschende Wasser erkennen.
Weitere 5 Minuten vergingen, bis wir zu einem Tunnel kamen. In diesem Moment furh ein Zug über diesen und ein lautes Rauschen hallte durch diesen Tunnel.
Händchen haltend gingen wir durch ihn und erreichten sodann einen riesen Festplatz. Der Jahrmarkt erwartete uns.
Sofort stieg uns der herzhafte Geruch von frischem Popcorn und Zuckerwatte in die Nase. Blinkende Lichter, farbige Schilder und ein riesigen Clownsgesicht begrüßten uns.
Apropos Clownsgesicht, hatte ich schon erwähnt, dass dieses Clownsgesicht der einzige Grund war, wieso ich nie auf den Jahrmarkt wollte? Als ich noch kleiner war, war das zumindest noch so. Tja, was soll man machen wenn man panische Angst vor einem Clown hat, der einen auffrisst? Genau, Clowns vermeiden.
Mittlerweile war ich ja alt genug dieser fiesen Visage knallhart entgegenzutreten.
Er griff nach meiner Hand uns ah mir in die Augen. Ich erblickte ein wundervolles Glitzern darin, als ob er schon lange nicht mehr auf dem Rummel war. Ein warmes Gefühl machte sich in mir breit und ich wusste, dass ich ihn damit sehr glücklich machte.
Erst zerrte er mich zu einem Kettenkarusell und nach dem ich zwei Tickets kaufte, setzten wir uns in einen Doppelsitz. Die Fahrt ging los und im Kreis flogen wir über die anderen Menschen hinweg.
Er warf seine Arme nach hinten und erfreute sich wie ein kleines Kind an diesem Abenteuer.
Auch ich genoss es richtig, mit ihm hier „herumzufliegen“.
Gleich danach setzten wir uns in das „Highspeed“, so wie es alle nannten. Es war zwar ein einfaches Karusell, doch es fuhr mit einer mords Geschwindigkeit.
Da ich ein wenig schwerer war als er, setzte ich mich nach außen – wie jeder weiß, drückt einen die Fliehkraft bei so hohen Geschwindigkeiten nach außen – und so rutschte er in meine Arme. Eine perfekte Gelegenheit um mit ihm zu kuscheln.
Solche schwindelerregenden und sich zu oft überschlagenden Geschäfte wollten wir erst nicht betreten. So kam es, dass wir uns durch die Menschenmenge zu einer kleinen Achterbahn durchquetschten.
Als ich mich in die Gondel stetzte, erinnerte ich mich, wie ich damals zum ersten Mal mit dieser Achterbahn furh. Mein Vater besuchte jedes Jahr mit mir diesen Jahrmarkt, nicht nur, weil ich daran Spaß hatte, sondern vielleicht auch, weil er netten Frauen aufreißen wollte.
Ja, mein Dad und ich lebten schon immer allein zusammen. Was mit meiner Mutter war, wusste ich nie und ehrlich gesagt wollte ich es auch nicht erfahren. Mit einer Person, die mich mein ganzes Leben lang allein gelassen hatte, wollte ich nichts zu tun haben.
Ein Ruck setzte die Gondel in Fahrt und es ging nach oben. Dort angekommen rasten wir auch schon wieder dem Boden entgegen. Noch einige Male ging es auf und wieder hinab, mal links herum mal rechts herum.
Sichtlich merkte ich, wie er seinen Spaß hatte. Ich spürte wie seine schmerzhaften Gedanken davonflogen und frei für etwas neues wurden.
Nach diesem Auf&Ab erwarteten uns gebrannte Mandeln für mich und eine riesige pinke Zuckerwatte für ihn. Das schmeckte so lecker, es war schon fast wie ein Festmahl für uns.
Still da sitzend sah ich zu, wie er diese rosarote Watte aß. Es machte mich glücklich ihn dabei zusehen zu dürfen.
Die Dämmerung setzte ein und bevor wir uns eine Fahrt im Riesenrad gönnten, musste ich mich meiner wirklich größten Angst, nach dem Clownsgesicht, stellen.
Ja, er zog mich ins das Gruselkabinett.
Wie auch manch andere, hatte er wohl keine Angst vor diesen ekeligen, gruseligen und total angsteinflößenden Plastikköpfen die aus der Finsternis dich ansprangen und durch Lautsprecher dich erschreckten. Außerdem gab es da noch verkleidete Männer, deren Arbeit es war, aus einer dunklen Ecke, genau wann du es am wenigsten erwartest, zu springen um einen zu erschrecken.
Aber ich liebte ihn und zwang mich deshalb dazu, dieses Schauer-Grauer-Haus zu betreten.
Meine Hände zitterten schon und ich klammerte mich an seinen Arm. So oft es ging kniff ich meine Augen zusammen und versteckte mich somit vor den gruseligen Blicken der billigen Skelette, die plötzlich vor uns runterkamen.
„AHHH!!“, kreischte ich auf und sprang hinter meinen Freund.
Er lachte nur und meinte: „Keine Angst, bald sind wir hier raus… Ich hab eine Idee!“
ER zog mich an sich und küsste mich intensivst.
Eine Träne bahnte sich den Weg über meine Backe, die er liebevoll wegwischte.
Man war mir das peinlich!
„Besser so?“, grinste er.
„Ja, danke“, bedankte ich mich, „Ich liebe dich…“
„Ich dich doch auch…“
Seine Hand fest haltend erreichten wir schon bald den Ausgang. Die letzten Meter rannte ich förmlich und erleichtert seufzte ich auf, als ich wieder die kühle Luft auf meiner Haut spürte.
Bevor wir uns auf dne Weg zum Riesenrad machten, legten wir noch eine große Trinkpause ein.
Für mich war es um einiges romantischer die Sterne während einer solchen Fahrt zu sehen, also warteten wir noch ein wenig ab.
Es war zwar eine große Schlange vor dem Riesenrad, doch wir bekamen doch noch eine Gondel ganz für uns allein.
Langsam bewegten wir uns nach oben.
Uns in der Dunkelheit kuschelnd betrachteten wir die strahlenden Sterne.
Wir küssten uns und in diesem Moment begann das schönste Feuerwerk, das ich jemals miterleben durfte.
Vielleicht lag es an dem Kuss, vielleicht auch an ihm.
Mir kam es immer noch so vor, als lebte ich in einem Traum, der anscheinend nicht enden wollte.
Ich liebte ihn.
Ich liebte ihn von ganzen Herzen.
Und er liebte mich sicherlich genauso, denn es fühlte sich so an, als befände sich ein riesiger Rummel in mitten meines Herzens.


Kapitel 9 – Guten Appetit

Es vergingen zwei, drei Tage, in denen sich unsere Situation beruhigte. Er hatte anscheinend alles wieder so gut es ging verdrängt, wie auch vorher.
Immer wieder wunderte ich mich, wie er es schaffte. Ich konnte das leicht nicht so verdrängen wie er. Wie schafft man sowas?
Er war so ein toller und innerlich starker Junge. Aber nagut, entweder bringt man sich nach dem was er durchgemacht hat um oder man wird nun mal stark. Andere Möglichkeiten gab es für mich wirklich nicht. Momentan tendierte ich auch lieber für die zweite Möglichkeit, kein Wunder, oder?
Auch an diesem Morgen psrang ich aus dem Bett, zog die Rolläden nach oben und setzte mich in die Küche, wo ich der Gute-Laune-Musik des Radios lauschte. 10 Minuten später folgte er meinem Weg in die Küche. In der Zwischenzeit bereitete ich schon längst unser Frühstück – bestehend aus einer Kombination aus kalter Milch und Kelloggs – vor.
„Guten Morgen“, begrüßte ich den Halbwachen.
„Morgeeeeen“, gähnte er mich an und lies sich auf die Eckbank fallen.
„Gut geschlafen?“, erkundigte ich mich.
„Nunja, ein komischer Traum“, fing er an, „sonst eigentlich gut.“
„Das ist ja noch ok“, grinste ich,“Heute machen wir uns einen faulen Tag, in Ordnung?“
„Coole Idee.“
Ja, das war es wirklich. Bei mir hieß „Sich einen faulen Tag machen“, vorallem bei dieser Hitze wie heute, sich auf die Couch werfen, mindestens 3 Liter Cola und einen Haufen Süßigkeiten neben sich bunkern und den ganzen Tag nur noch Zocken. Das beste daran war, dass man sich für diese tolle Freizeitgestaltung nicht anziehen musste. Nicht nur ich musste mich nicht anziehen, wenn ihr versteht. (XDDD haha)
Ich bat ihn also, es sich schon einmal auf dem sofa bequem zu machen, während ich meine GameCube aus meinem Zimmer in das Wohnzimmer schleppte.
Sofort schloss ich diese an. Automatisch griffen wir nach den Controllern.
Erst machten wir uns an Mario Kart Double Dash, das ich erst kürzlich von einem Kumpel ausgeliehen hatte.
Nach einigen wirklich heißen Rennen, deren Sieger überraschenderweise immer er war, spielten wir dann auch noch jedes andere Spiel, das in meinem Besitz war, mindestens für eine halbe Stunde an.
Obwohl, waren das nur jedes Mal eine halbe Stunde? Ich achtete nicht wirklich auf die Uhr und ich muss zugeben, es kam mir auch eher immer wie eine volle Stunde vor. Aber da könnte ich mich auch täuschen.
Wissenschaftler hatten ja angeblich herausgefunden, dass es stimmt, dass das Zeitgefühl einen verlässt, wenn man sehr viel Spaß hatte. Das konnte ich mehrfach bezeugen.
Ich hatte wirklich viel Spaß. Nicht nur, weil ich faul und halbnackt auf meinem Sofa liegen und zocken konnte, sondern auch, weil er bei mir war, die Person die ich über alles liebte.
Da kam es wieder, dieses komische Gefühl. Wie das Schwert des Schwarzen Ritters sich in das Herz eines guten Drachen bohrte, so durchstoß dieses Gefühl mein Herz. (Solche Metaphern fallen einem auch nur ein, wenn man zu viel gezockt hat XD)
Nein, diesmal lasse ich mich nicht wieder davon unterkriegen!
Wenn er merken würde, dass ich mir solche Sorgen mache, würde ich es niemals schaffen, ihm dieses Du-schaffst-das-Gefühl zu geben.
Ich seufzte und warf meine Händer auf meine Oberschenkel.
„HUNGEEEEER!!“, stieß es aus mir plötzlich heraus.
Neben mir saß nun ein etwas verstört dreinblickender Junge, der so aussah, als ob er zum Mond und zurück sprang, durch den Schrecken, den ich ihm eingejagt hatte.
„Was zum Teufel sollte das!?“, beschwerte er sich schmollend und gab mir zur Strafe eine Kopfnuss.
„Tut mir ja Leid“, entschuldigte ich mich meinen Kopf reibend, „aber an der Tatsache, dass ich Hunger habe, kann ich nunmal nichts ändern.“
Plötzlich hörte man ein tiefes Magengrummeln, aber dessen Ursprung lag nicht in meinem Magen.
Die Röte, die in sein Gesicht stieg, verriet ihn.
Ich musste laut loslachen, als er meinte: „Ich habe wohl auch Hunger.“
Darauf lachte er ebenso.
„Ist wohl Zeit etwas zu kochen“, sagte ich und ging in die Küche.
Ich warf nun spontan Mehl, Wasser, Eier und Milch zusammen mit einer Prise Zucker und Salz in eine große Schüssel und verrührte es kräftig. Als alles gut durchmengt war, gab ich eine Kelle davon in eine Pfanne.
Tja, ich hatte vorgehabt Pfannkuchen zu machen, aber da ich nicht wirklich wusste, wie das ging, tat ich es einfach nach Gefühl. Ich hab mir selbst dabei Glück gewünscht.
Ich drehte mich um und wollte mich gerade auf den Weg zurück ins Wohnzimmer machen, doch ich wurde von einer Mehlwolke aufgehalten.
Er machte sich einen Spaß daraus mir Mehl ins Gesicht zu pusten.
Das konnte nicht ungestraft bleiben!
Gleich nahm ich etwas Mehl in die Hand und warf es ihm entgegen. Geschickt wich er jedoch meinem Angriff aus.
Nun lieferten wir uns einen wirklich lustigen Mehlkampf.
Unser Spaß wurde leider von einem stechenden Geruch unterbrochen.
„Oh… Mist“, stotterte ich.
Ohne groß nachzudenken zog ich die Pfanne von der Herdplatte und zerstückelte den verkokelten Pfannkuchen.
Apropos zerstückelte, das Ergebnis meiner Heldentat sah aus wie ein zerhackstückeltes-Hackpfannkuchen-gehackstückelter-Megahack. (Ohman, Spongebob schadet wirklich >__<’’)
Keine Mine verziehend warf ich es in den Mülleimer, leerte den restlichen Teig aus und rief beim Chinesen an.
„Auch Lust auf Chinesisch?“, fragte ich beiläufig.
Er musste sich das Lachen verkneifen und nickte. Als ich mit meiner Bestellung fertig war, wischte er mir das Mehl aus dem Gesicht und ich tat es ihm gleich.
20 Minuten später – ich wunderte mich immer wieder wie schnell das heutzutage geht – erhielten wir unser Abendessen. Ja, der Lieferant sah mich komisch an, als ich nur mit einer Boxershort bekleidet die Tür öffnete, aber das kümmerte mich nicht.
Während wir uns dem Abendprogramm im Fernsehen widmeten, genossen wir den köstlichen Chinesischen Reis und die Beilagen.
Na dann, guten Appetit!


Kapitel 10 – Todesängste oder ewige Liebe?

Weinend saß ich neben seinem Bett, hielt seine Hand und ließ mir das Geschehene nochmal durch den Kopf gehen.

Es war die letzte Woche der Sommerferien. Wir hatten so viele Dinge getan und erlebt, die uns für immer prägten und veränderten. Erlebnisse, Gefühle und die Sicherheit, alles mit ihm erlebt zu haben. Glücklicher konnte ich zu diesem Zeitpunkt einfach nicht sein!
Auch an diesem Morgen, küsste ich ihn sanft wach. Die ersten Sonnenstrahlen schienen durch den Rollladen durch und ließen mein Zimmer sanft erstrahlen.
Er wachte nicht auf und ich wunderte mich nicht wieso. Letzte Nacht hatten wir mal wieder bis in die Puppen Filme geschaut und uns unterhalten. Mit ihm konnte man so schön reden, über jedes Thema. Ruhig und verständnisvoll brachte er seine Argumente über jedes Thema auf den Tisch, sodass jeder Streit gleich unwahrscheinlich geworden war. Ja, wir waren uns in einigen Dingen nun mal nicht ganz einig, aber das störte weder ihn, noch mich. Ich war immerhin der Ansicht, dass es ein wenig Spannung in unser Liebesleben bringen würde, was auch geschah.
Ich liebte ihn einfach über alles! Jedes kleine Detail seines Charakters, und seines Körpers waren mir in den letzten Wochen sehr vertraut geworden und ich konnte nicht aufhören, dieses wohlig warme Gefühl in mir herum zu tragen.
Ich stand also an diesem nahezu perfekten Morgen auf, öffnete die Rollladen und verschwand in die Küche.
Aus dem Kühlschrank holte ich die kalte Milch heraus und schüttete sie in eine Schüssel mit meinen Lieblingscornflakes, so wie jeden Morgen. Das Radio begann zu spielen und Gute-Laune-Musik wurde gespielt. Der Start eines guten Tages, so fand ich.
Doch irgendetwas war in mir, dass dieser ruhigen, harmonischen Perfektion nicht traute. Ein kleines, schwaches Gefühl wehrte sich gegen diese Zufriedenheit und wollte mir sagen, dass ich… Ja, was sollte ich denn tun? Ich wusste es nicht.
Nach einer halben Stunde mit geöffneten Rollladen und Fenster war er immer noch nicht aufgewacht, was mich sehr verwunderte, da er sonst nach fünf Minuten schon wach war. Ich ging also ins Zimmer zurück und sah ihn immer noch schlafend auf dem Boden liegen.
Ich ging zu ihm hin, setzte mich auf die Matratze auf dem Boden – wegen der Gemütlichkeit hatten wir die Matratzen auf den Boden gelegt – und weckte ihn.
Doch er machte keine Bewegung, keine kleinste Reaktion.
Ich rüttelte ihn weiter, doch er reagierte einfach nicht.
Angst kroch in mir hoch, wie ein Bergsteiger, der gerade eine felsige Wand hinauf kletterte.
Was war mit ihm los? War es seine Krankheit?
Ohne weitere Gedanken zu verlieren, rannte ich in die Küche, schnappte mir das Telefon und rief den Notarzt an. Sie sagten mir, dass gleich ein Wagen kommen würde und dass ich keine Angst mehr haben solle, alles würde gut werden.
Ja, meine Stimme fing schon an zu zittern und jeder um mich herum würde meine Angst spüren.
Ich zog mich schnell an, es wäre keine tolle Begrüßung gewesen, wenn ich in Boxershorts dort stehen würde, und wartete gespannt auf den Krankenwagen. Nach zehn Minuten kamen sie an, ich hielt die Tür offen und sofort kümmerten sie sich um ihn. Sie lagen ihn auf eine Trage und brachten ihn zum Auto. Ich folgte ihnen und setzte mich hinten mit in den Wagen.
Wir fuhren ins Krankenhaus.
Dort angekommen sollte ich erstmal aussteigen und warten. Sie kümmerten sich in der Notaufnahme um ihn, hieß es.
Das Wartezimmer war nicht gerade ablenkend. Weder Zeitschriften noch irgendwelche Bilder waren zu sehen, auf die man hätte seine Konzentration richten können.
Es war schlimm. Die Angst hörte nicht mehr auf und die Sorgen wurden immer Schlimmer.
Was wohl mit ihm geschehen war? Was wohl passiert war?

Es quälte mich, dort zu sitzen und nicht zu wissen, was nun geschehen würde. Mein Kopf zerplatze vor den ganzen Ängsten, der Sorgen und der Trauer, die ich fühlte.
Die schöne Zeit die wir verbrachten, die ganzen Bilder, sie kamen wieder hoch. Es war so schön sich an alles zu erinnern und diese Gefühle, nein eher die Erinnerungen an diese Gefühle waren wunderschön.
Ich wusste immer, wenn man einen Menschen findet, den man über alles liebt, dass einem nichts mehr Geschehen kann. Und mir geschah nichts. Bei ihm fühlte ich mich immer so geborgen, vom ersten Tag an, als wir uns in unserem Hausgang begegnet waren.
Ich nahm seine Hand und langsam, küssten wir uns.
Einfach unbeschreiblich dieses Gefühl, als würde in mir eine Welt erstrahlen, glitzern und fröhlich sein und als ob dort tausende Vögel wild herum fliegen würden und… ach ich kann so ein Gefühl nicht näher beschreiben!
Endlich war es soweit. Nach zwei Stunden kam eine Ärztin zu mir und brachte mich zu seinem Zimmer…

A – Happy End

Ich öffnete die Tür und sah ihn da liegen. Er drehte seinen Kopf in meine Richtung und lächelte mich an.
„Idiot! Was hast du gemacht!“, tadelte ich ihn und setzte mich an an sein Bett.
„Entschuldige…“, flüsterte er, dann schlief er ein.
„Er braucht noch ein wenig Ruhe…“, erklärte mir die Ärztin, „Du kannst solange hier bleiben.“
Dann verschwand sie.
Ich nahm seine Hand und fing wieder an zu weinen.
„Warum… warum hast du das getan?“, murmelte ich teilnahmslos vor mich hin.
Seine zarte Hand, sie fühlte sich so weich an. Ich streichelte seine Wange. Während er schlief sah er immer so niedlich aus, doch jetzt, war er nur bemitleidenswert.
Komisch, dass die Ärztin mir keine Erklärung für alles gab, das wunderte mich. Aber nachfragen wollte ich momentan auch nicht. Ich wollte lieber bei ihm bleiben und ihm ein wenig beistehen.
Er schlief weiter. Ab und zu ging ich mal runter in die Cafeteria und holte mir etwas zu essen und trank etwas. Aber dann verschwand ich wieder nach oben um an seiner Seite zu sein. Immer wieder hielt ich seine Hand und strich ihm durchs Haar.
Die Angst, dass er sterben könnte, wurde langsam immer weniger und die Hoffnung, dass er bald wieder auf die Beine kommen würde, stieg unaufhörlich.
Ich wich nicht von seiner Seite, selbst in der Nacht, schlief ich an seiner Seite sitzend ein.
Am nächsten Morgen weckte mich eine Hand, die meinen Kopf streichelte. Hoffnungsvoll blickte ich nach oben, und dort saß er und lächelte mich auf seine tolle Weise an.
„Es tut mir Leid, dass ich dich hab warten lassen…“, entschuldigte er sich und lächelte mich wieder an.
„Ach… Ist schon in Ordnung“, schniefte ich und wischte mir die Tränen aus dem Auge.
Und im nächsten Moment kam auch schon ein Arzt herein und erklärte uns die ganze Situation. Der Arzt meinte, dass er noch einige Tage im Krankenhaus bleiben solle, denn die Ärzte haben den Tumor entdeckt und es handle sich um einen gutartigen, den man in einer zukünftigen Operation enfernen konnte. Deswegen auch der längere Aufenthalt im Krankenhaus.
Ich war so glücklich darüber, dass er doch keinen Krebs hatte, und das endlich alles wieder gut werden würde!
Es war, als würde es für uns doch ein Happy End geben.
Ich musste anfangen zu weinen und zu schluchzen. Der Arzt sah mich schon komisch an und er musste Lachen. Im nächsten Moment umarmte ich ihn und flüsterte in sein Ohr: „Danke, dass du lebst, und dass es dich gibt, ich… ich liebe dich über alles…“

B – Tragic End

Ich lag meine zitternde Hand auf die Türklinke und öffnete diese langsam.
Mein Atem wurde immer schwerer und ich schluckte schwer. Er lag dort in seinem Bett, an ihm eine Maschine, die den Herzschlag feststellte. Das langsame Piepen des Apparates beunruhigte mich.
„Er wollte dich noch einmal sprechen“, meinte die Ärztin und stellte sich neben das piepsende Gerät und begutachtete es mit professionellem Blick.
Er lag dort, bemitleidenswert war es ihm zuzusehen, wie schwach er war, als wäre er kurz vorm Abkratzen.
Ich setzte mich auf einen Stuhl neben sein Bett und wartete auf das, was er mir zu sagen hatte.
„Hör zu“, fing er mit leiser Stimme an, „Du…“
Er legte eine längere Pause ein, in der er Luft holte und sich die Tränen verdrückte.
„Ich weiß nicht, ob ich es schaffe“, erzählte er weiter.
„Nein! Natürlich packst du es!“, schoss es aus mir heraus, und auch meine Tränen konnte ich nicht mehr zurückhalten. Dicke Tränen tropfen auf sein Bett.
„Ich liebe dich über alles… bitte… lass mich nicht allein“, murmelte er, als wäre er ein hilfloses Kind.
„Ich liebe dich doch auch! Gib nicht auf!!!“
Weinend saß ich neben ihn, drückte seine Hand und schluchzte vor mich hin.
Seine wunderschönen Augen, die mit Tränen gefüllt waren, sahen mich an.
In diesen Momenten war für mich alles leer. Nur das leise piepen des Apparates konnte ich noch hören. Die Trauer die in mir steckte, stieß aus mir heraus wie eine Quelle aus einem Berg.
Meine Augen verengten sich, als das Piepsen zu einem anhaltenden Piepton wurde.
Das war der Moment, in dem sich mein Leben für immer änderte.
Sofort kamen Ärzte herein gestürmt und stellten sich um das Bett. Ich wich zurück und fiel auf den Boden. Eine Schwester half mir hoch und brachte mich nach draußen.
Ich konnte nur noch zurück schauen und weinen. Schreien konnte ich nicht, es hätte sowieso niemand gehört.
Ich setzte mich draußen vor dem Krankenhaus in eine Ecke und krümmte mich vor Schmerz auf dem Boden.
Er war tot, ich wusste es! Ich spürte es tief in mir drin, und ich wusste, dass er nie wieder zurück kommen würde.
Ich nahm mein Handy aus meiner Hosentasche und versuchte meinen Vater zu erreichen.
>>Pieeeep…. Pieeeep… Pieeeep… Diese Nummer ist uns nicht bekannt<<
Entsetzt ließ ich das Handy fallen.
Ich hörte noch, wie sich zwei Personen, die gerade aus dem Krankenhaus kamen, darüber redeten, wie ein Flugzeug aus Dänemark abstürzte.
„Aber… Vater sollte doch heute aus Dänemark zurückkommen…“, zitterte meine Stimme.
Nun war ich… vollkommen allein…